Die Arbeit untersucht in kulturwissenschaftlicher Perspektive den Prozess der Literaturproduktion, -rezeption und -distribution in Magdeburg zwischen 1631 und 1690 im Zusammenhang mit den allgemeinen lokalgesellschaftlichen Entwicklungen nach der Zerstörung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg. Dabei steht die Untersuchung der Lokalspezifik jenes literarischen Beziehungsgeflechtes (soziologisch: Feld) im Vordergrund, wie es einerseits durch die literarischen Akteure selbst, andererseits durch die institutionalisierten Rahmenbedingungen (gesellschaftliche Kontexte) in Magdeburg geformt und ausgebildet wurde. Die Ergebnisse werden mit den literarischen Entwicklungen in Magdeburg während des Siebenjährigen Krieges kontrastiert, um auf diese Weise Divergenzen in den Entwicklungsgängen literarischer Feldbildungsprozesse offenzulegen.