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Entwicklung des PTB-KS : ein Screeninginstrument für posttraumatische Belastungssymptome bei Tumorpatienten

Autor :Annette F. Bölter
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Geistes- Sozial- und Erziehungswissenschaften
Datum :15.11.2011
 
Dokumente :
Dataobject from HALCoRe_document_00010746
 
Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :Krebspatienten können durch die im Verlauf ihrer Krankheit erlebten Ereignisse psychisch traumatisiert sein. Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, durch die Entwicklung eines modifizierten Screeninginstruments den symptomatischen und diagnostischen Besonderheiten einer psychischen Traumatisierung durch die Diagnosestellung Krebs gerecht zu werden. Aufbauend auf dem diagnostischen Konzept des DSM-IV zur Diagnostik einer PTSD – bzw. der IES-R als einem angelehnten Selbstbeurteilungsinstrument – mit drei Symptomgruppen, wurde das Konzept modifiziert, wobei im Wesentlichen folgende Änderungen vorgenommen wurden: (1.) Neben den Intrusionssymptomen, die sich auf das vergangene traumatische Ereignis beziehen, wurden neu formulierte zukunftsorientierte Intrusionssymptome integriert. Weiterhin wurde (2.) neben den bekannten Vermeidungsstrategien traumatisierter Patienten weiteren, krankheitsspezifischen Vermeidungsmöglichkeiten Rechnung getragen; diese beiden spezifischen Syndromergänzungen wurden (3.) als eine „krankheitsspezifische“ Symptomgruppe zusammengefasst. Die PTSD-Symptome vegetativer Übererregung wurden hier ausgeschlossen, zumal diese mit körperlichen Beschwerden und Nebenwirkungen der Medikamente konfundiert sein können. Stattdessen wurden (4.) Symptome der Anpassungsstörung im Sinne von Fehlanpassung integriert. (5.) Das Emotional Numbing wurde sowohl von den Vermeidungssymptomen, zu denen es im PTSD-Konzept gezählt wird, als auch explorativ von den Fehlanpassungssymptomen getrennt und als ein eigenständiges Konstrukt betrachtet. Es wurde ein Faktorenmodell mit insgesamt fünf Faktoren aufgestellt. Dieses wurde, nach einer Itemanalyse und –selektion, anhand einer Stichprobe von 400 Rehabilitationspatienten mit heterogenen Tumordiagnosen mittels CFA auf seine faktorielle Validität geprüft. Das Modell spiegelt die empirisch erhobenen Daten wider und wurde bestätigt. Aus den verbliebenen 19 Items auf 4 Faktoren (der Faktor Emotional Numbing wurde ausgeschlossen) wurde ein Selbstbeurteilungsinstrument, bestehend aus IES-R-Items und neu formulierten Items auf den Faktoren „krankheitsspezifische Symptome“ und „Fehlanpassung“ entwickelt, welches sich als reliabel und kriteriumsvalide erwies. Hinsichtlich seiner diskriminanten Validität weist das Instrument Schwächen in der Abgrenzung zu anderen psychischen Konstrukten auf, was unter anderem auf gemeinsame Methodenvarianz und hohe Komorbiditätsraten bzw. im Gesamten auf Überlappungen psychischer Krankheitssymptome (z. B. Angst und Depression) zurückzuführen ist. Trotz vieler eigener kritischer Einschätzungen stellt diese Arbeit den Beginn eines Entwicklungsprozesses für ein Instrument zur Messung psychischer Traumatisierung durch die Diagnosestellung "Krebs" dar. Auf der Basis dieser Arbeit können weitere Schritte vollzogen werden, dazu gehört u. a. eine sowohl faktorenanalytische als auch psychometrische Überprüfung des postulierten Modells an einer unabhängigen Stichprobe. Auch die Aufstellung alternativer Modelle unter besonderer Berücksichtigung der Überlappung der einzelnen Symptomgruppen und Itemformulierungen wäre empfehlenswert. Eine bessere diskriminante Validität zur Abgrenzung von anderen psychischen Konstrukten sollte angestrebt werden. Zudem sollte die Symptomgruppe Emotional Numbing erneut psychometrisch überprüft werden, um ggf. wieder in den Fragebogen aufgenommen werden zu können.
Schlagwörter :PTSD, Trauma, Krebs, Diagnostik, PTB-KS
Rechte :Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt
Größe :IX, 136 S.
 
Erstellt am :19.05.2011 - 13:22:06
Letzte Änderung :19.05.2011 - 13:22:32
MyCoRe ID :HALCoRe_document_00010746
Statische URL :http://edoc.bibliothek.uni-halle.de/servlets/DocumentServlet?id=10746