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Das Rechenzentrum als Produktionsstätte für IT-Dienstleistungen

Autor :Alexander Pinnow
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Informatik
Datum :22.12.2009
 
Dokumente :
Dataobject from HALCoRe_document_00007928
 
Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :Der Betrieb von Rechenzentren wird heutzutage oft ereignisgetrieben durchgeführt. Als Reaktion auf neue Kundenbedarfe werden weitere Hardwaresysteme in das Rechenzentrum integriert. Auch wenn die Beschaffungskosten für zusätzliche Hardware von den Betreibern der Rechenzentren im Vergleich zu den Personalkosten meist als unkritisch betrachtet werden, führt der Ausbau der Informationsinfrastruktur zu einem erhöhten Administrations-, Wartungs- und damit letztlich auch Personalaufwand. Für die Ablösung der ereignisgetriebenen Betriebsstrukturen erscheint die Adaption geeigneter Verfahren der operativen Produktionsplanung und -steuerung für die Entwicklung effizienterer Betriebskonzepte sinnvoll. In der Praxis hat der Prozess der Bereitstellung und des Betriebs der Infrastruktur oft den Charakter eines IT-Projekts. Dieser Prozess soll durch erprobte Verfahren der Produktionsplanung und -steuerung standardisiert werden. Zielsetzung ist die Erbringung vorgegebener IT-Dienstleistungen mit möglichst geringen Kosten. Die Umsetzung dieses Wirtschaftlichkeitsprinzips soll durch die Minimierung von Wartezeiten, Stillstandszeiten und Terminüberschreitungen sowie die Maximierung der Kapazitätsauslastung aller Betriebsmittel erreicht werden. In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, ob und wie betriebswirtschaftliche Methoden auf den Betrieb eines Rechenzentrums als IT-Dienstleister angewendet werden können. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf der Betrachtung der Kapazitätswirtschaft. Im Rahmen der Arbeit wird die Produktion von IT-Dienstleistungen durch Datenstrukturen und Methoden der Produktionsplanung und -steuerung abgebildet. Als Forschungsergebnis liegt im ersten Schritt ein Referenzmodell zur Umsetzung dieser Anforderungen vor. Das beschriebene Referenzmodell wird durch ein Prototyping in einem SAP ERP evaluiert. Anhand des Referenzmodells und des Prototypen werden Probleme identifiziert, die sich nicht durch standardisierte Methoden der Produktionsplanung und -steuerung lösen lassen. Es wird untersucht, welchen Einfluss der Einsatz von Virtualisierungstechniken auf die Planung des Kapazitätsangebots hat. Hierzu wird ein mathematisch-formales Modell entwickelt, welches die Inanspruchnahme des Kapazitätsangebots beschreibt. Für die Entwicklung des Kapazitätsangebots der Infrastrukturkomponenten eines Rechenzentrums wird ein weiteres mathematisches Modell entworfen. Auf Grundlage dieses Modells werden standardisierte Prognoseverfahren angewendet, um die Entwicklung des Kapazitätsangebots in zukünftigen Perioden ermitteln zu können. Die Frage der Zuordnung von virtuellen zu physischen Betriebsmitteln wird als Bin-Packing-Problem dargestellt. Ansätze zur Lösung des Bin-Packing-Problems werden als Methoden der Betriebsmittelzuordnung in einem Referenzmodell beschrieben. Abschließend wird die Zuordnung virtualisierter Betriebsmittel zu Fertigungsaufträgen dargestellt. Hierzu wird auf Erkenntnisse aus dem Modell zur Planung des Kapazitätsangebots zurückgegriffen. Forschungsziel der Arbeit ist es, das Einsatzgebiet von Systemen zur Produktionsplanung und -steuerung zu erweitern. Es wird aufgezeigt, dass es möglich ist, diese Systeme zur Abbildung der Produktion von IT-Dienstleistungen in Rechenzentren einzusetzen. Ein neues Anwendungsgebiet der Wirtschaft für ein existierendes Informations- und Kommunikationssystem wird erschlossen.
Schlagwörter :Rechenzentrum, IT-Dienstleistungen, Kapazitätswirtschaft, Produktionsplanung und -steuerung, SAP ERP
Rechte :Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt
Größe :VI, 165 S.
 
Erstellt am :27.01.2010 - 10:46:58
Letzte Änderung :22.04.2010 - 08:30:44
MyCoRe ID :HALCoRe_document_00007928
Statische URL :http://edoc.bibliothek.uni-halle.de/servlets/DocumentServlet?id=7928