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Basic components of cortical processing are shared in visual and auditory modality

Autor :Jeanette Schadow
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Naturwissenschaften
Datum :29.10.2009
 
Dokumente :
Dataobject from HALCoRe_document_00007913
 
Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :Die vorliegende Dissertation befasst sich mit der Untersuchung der visuellen und auditorischen Informationsverarbeitung. Als Mechanismen dieser Informationsverarbeitung werden schnelle Gamma-Oszillationen im Frequenzbereich von 30 bis 80 Hz diskutiert, da diese sowohl im Zusammenhang mit sensorischen Kodierungsprozessen als auch mit höheren kognitiven Hirnfunktionen stehen. Es werden drei Experimente präsentiert, die auditorische und visuelle Wahrnehmungsprozesse auf niedriger und höherer kognitiver Ebene unter Verwendung des Elektroenzephalogramms (EEG) untersuchen. Die ersten beiden Experimente befassen sich mit bottom-up Verarbeitungsmechanismen in der visuellen und auditorischen Modalität. Dazu wurden den Probanden einerseits Stimuli mit unterschiedlichen Kontraststufen und andererseits Sinustöne in unterschiedlichen Lautstärken präsentiert, um den Einfluss dieser Stimulusmanipulation auf die Gamma-Band-Antwort (GBA) zu untersuchen. Beide Experimente ergaben vergleichbare Resultate: Die Veränderung des jeweiligen Stimulusparameters modulierte die frühe evozierte GBA. In der dritten Studie wurde untersucht, inwiefern Antizipation die auditorische Stimulusverarbeitung beeinflusst und ob sich dies in einer Modulation der GBA widerspiegelt. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen einen Anstieg der frühen evozierten GBA im Zusammenhang mit Gedächtnis- und Antizipationsprozessen. Die Resultate deuten darauf hin, dass unsere Erwartung auf bestimmte Ereignisse schon sehr frühe Stufen der auditorischen Informationsverarbeitung (50 ms) moduliert. Diese erwartungsbezogene Aktivität, die wahrscheinlich schon vor der eigentlichen Stimulusdarbietung auftritt, führt zu einer Verstärkung der Hirnaktivität in den für die Stimulusverarbeitung notwendigen sensorischen Arealen und kann deshalb schon in der frühen evozierten GBA beobachtet werden. Anhand der Ergebisse der drei Experimente lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen: Die frühe bottom-up Verarbeitung von Stimuluseigenschaften im visuellen und auditorischen System scheint dahingehend vergleichbar zu sein, dass Veränderungen der Stimulusintensität (Kontrast/Lautstärke) in der evozierten GBA reflektiert werden. Dabei erreicht die evozierte GBA in Abhängigkeit von der Verarbeitungsmodalität zwischen 60-100 ms nach Stimulusbeginn ihr Maximum und wird hauptsächlich in sensorischen Arealen generiert. Außerdem zeigt sich eine sehr frühe top-down Modulation durch Erwartungsprozesse in einer erhöhten auditorisch evozierten GBA - vergleichbar mit Resultaten aus dem visuellen System. Das bedeutet, dass es auch auf dieser höheren Verarbeitungsstufe ähnlich operierende Mechanismen in beiden Modalitäten gibt, die durch die frühe evozierte GBA reflektiert werden.
Schlagwörter :EEG, Gamma-Band Oszillationen, visuelle Verarbeitung, auditorische Verarbeitung, Erwartung
Rechte :Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt
Größe :VIII, 97 S.
 
Erstellt am :07.12.2009 - 08:58:19
Letzte Änderung :22.04.2010 - 09:31:32
MyCoRe ID :HALCoRe_document_00007913
Statische URL :http://edoc.bibliothek.uni-halle.de/servlets/DocumentServlet?id=7913