Einleitend beschäftigt sich diese Dissertation mit der Frage, ob Deutschland ein Hoch- bzw. Niedrigsteuerland ist. Zur Beantwortung dieser Frage wird aber nicht auf effektive Steuersätze abgestellt, sondern eine Umfrage, welche unter schwedischen Unternehmen durchgeführt wurde, ausgewertet. Dabei wurde Deutschland als Hochsteuerland wahrgenommen, Österreich hingegen wird als durchschnittlich besteuerndes Land empfunden. Bei der Auswertung der Daten hat sich herausgestellt, dass Deutschland nicht von vornherein ein schlechtes Image bei den Investoren bezüglich seines Steuersystems hat, sondern sich diese Erkenntnis überwiegend bei denen einstellt, welche in Deutschland investiert haben. Es konnte auch nachgewiesen werden, dass verschiedene Gewinnverlagerungsstrategien wahrgenommen werden, um Gewinne aus dem Hochsteuerland ins Niedrigsteuerland zu transferieren. In dieser Gewinnverlagerung sehen die Steuerbehörden der EU-Länder ein Steuerschlupfloch riesigen Ausmaßes. Zur Lösung des bei Steuersatzgefälle bestehenden Verrechnungspreisproblems schlägt die Europäische Kommission daher vor, künftig auf die gesonderte Besteuerung der Gesellschaften einer multinationalen Unternehmung zu verzichten und statt dessen einen konsolidierten Konzerngewinn nach einer Aufteilungsformel auf die Ansässigkeitsstaaten zu verteilen und mit dem jeweiligen nationalen Steuersatz zu besteuern. Fraglich ist nur, welche Auswirkungen das neue Steuersystem auf solche Entscheidungen hat, die in einem multinationalen Unternehmen getroffen werden. Daher werden im weiteren Verlauf der Dissertation die Auswirkungen des Einheitsprinzips auf Investitionsentscheidungen, Ausschüttungsentscheidungen und Finanzierungsentscheidungen untersucht.