Das deutsche Ertragsteuerrecht wird sowohl von der Beratungspraxis als auch von Wissenschaftlern als zu kompliziert und ungerecht empfunden. Im Hinblick auf das Einkommensteuergesetz liegen die Hauptgründe für diese Mängel darin, dass sich die Bestimmungen des EStG nicht an einem einheitlichen steuersystematischen Leitbild orientieren und erhebliche Tarifunterschiede zwischen Finanz- und Realinvestitionen vorherrschen. Es besteht ein Anreiz für die Steuerpflichtigen, diese Systembrüche zur Senkung ihrer persönlichen Einkommensteuerlast zu nutzen. Der Fiskus versucht, diesen Bestrebungen mit Missbrauchsverhinderungsnormen zu begegnen. Ein erneuertes System der deutschen Ertragsbesteuerung muss diese Systembrüche soweit wie möglich zurückdrängen, ohne andere normative Kriterien zu missachten. Es werden drei Entwürfe einer Steuerreform daraufhin untersucht, inwieweit dies gelingt. Aus dieser Ananlyse ergeben sich Erkenntnisse, die für die Formulierung eigener Reformvorschläge genutzt werden.
Schlagwörter :
Einkommensteuer, Steuerreform, normative Kriterien der Besteuerung, Effizienz, Gerechtigkeit