Eine inhomogene Verteilung von Kristallorientierungen induziert ein anisotropes, makroskopisches Materialverhalten. Aus diesem Grund ist eine exakte Beschreibung dieser Verteilung sehr wichtig, wenn die Anisotropie von gewalzten Blechen bei Umformsimulationen berücksichtigt werden soll. Der Zusammenhang zwischen den makroskopischen Spannungen und Dehnungen und der kristallographischen Textur kann z.B. durch Taylor-Modelle bestimmt werden. Obwohl diese eine homogene Deformation in den Integrationspunkten annehmen, sind FE-Berechnungen, die auf dem Taylor-Modell basieren, numerisch sehr aufwendig. Der Grund ist, dass in der Regel mehrere hundert Kristalle zur Beschreibung der Textur verwendet werden. Wird im Fall des klassischen Taylor-Modells, das auf diskreten Orientierungen basiert, die Anzahl der Kristallite deutlich verringert, so erfolgt eine sehr starke Überschätzung der Anisotropie. In dieser Arbeit wird diese Überschätzung der Anisotropie quantitativ analysiert. Weiterhin werden verschiedene elastisch-viskoplastische Taylor-Modelle vorgestellt, die eine Reduzierung der Anisotropie ermöglichen. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Methoden zur Repräsentation der Orientierungsverteilungsfunktion der Kristallite verglichen. Die Modelle werden unter anderem zur Simulation des Tiefziehprozesses verwendet.