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Ein Beitrag zur verteilten und adaptiven Materialflusssteuerung für Stückguttransport

Autor :Kai Lorentz
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Maschinenbau
Datum :04.07.2003
 
Dokumente :
Dataobject from HALCoRe_document_00005177
 
Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :Ein integraler Bestandteil der innerbetrieblichen Logistik sind Materialflusssysteme, die bisher im Normalfall spezifisch für die zu fertigenden Produkte und die damit verbundenen Abläufe ausgelegt werden. Da Materialflusssysteme üblicherweise über verzweigte Streckenführungen verfügen, um Variantenvielfalt, Redundanz oder Sortierfunktionen zu erlauben, ist dabei die Materialflusssteuerung des Systems von entscheidender Bedeutung. Umbaumaßnahmen, die durch eine Variation des Materialflusses entstehen, sind derzeit sehr aufwendig, da eine Anpassungsfähigkeit der korrespondierenden Materialflusssysteme nur sehr bedingt gegeben ist. Dies ist auf eine unbefriedigende Modularisierung der Systemteile und der diese steuernden Steuerungstechnik zurückzuführen. Daraus ergibt sich insbesondere die Notwendigkeit für eine neue Steuerungsmethodik des Materialflusses. Vor diesem Hintergrund entwickelt die vorliegende Arbeit eine Steuerungsmethode zur verteilten und adaptiven Materialflusssteuerung, die die Anpassungsfähigkeit der logistischen Betriebsmittel durch vollständige Modularisierung steigert. Dabei setzt sich diese Methode aus einer Definition der Materialflussmodule, einem Modell für Module innerhalb von Materialflusssystemen, einem Algorithmus zur verteilten und adaptiven Wegfindung und einem Kommunikationsprotokoll zusammen. Das Ziel der Arbeit, ein Materialflusssystem vollständig auf verteilte und adaptive Materialflusssteuerung umzustellen, wird durch Anwendung der in der Arbeit vorgestellten Steuerungsmethode erfüllt. Der Nachweis der Funktionsfähigkeit erfolgt durch eine Simulation und eine Umsetzung innerhalb eines realen Materialflusssystems. Die Wegfindung des Materialflusses basiert grundsätzlich auf einer Verknüpfung von Zieldaten mit Daten, die ein Modell des Materialflusssystems enthalten. Diese Funktion kann als eine das Materialflusssystem überspannende Gesamtfunktion betrachtet werden und erfolgt deshalb nach Stand der Technik innerhalb einer zentralen, das gesamte Materialflusssystem steuernden Instanz - dem Materialflussrechner. Für die Entwicklung einer verteilten (und damit innerhalb der Module implementierbaren) Steuerungsmethode, die ohne zentralen Materialflussrechner auskommt, ist es jedoch notwendig, eine dynamische Modellbildung aus Teilmodellen zu ermöglichen. Das zur Steuerung herangezogene Modell muss durch die Module dynamisch erweiterbar sein, um die geforderte Anpassungsfähigkeit des Materialflusssystems an Erweiterungen, Umbauten etc. zu ermöglichen. Bei einer vollständigen Auflösung eines Materialflusssystems in autarke und dezentral gesteuerte Module, verfügen diese einzelnen Module bei Systemstart über ein Topographie-Abbild, das die jeweils direkt angrenzenden Module enthält. Darauf aufbauend wird durch einen Datenaustausch (mittels des spezifizierten Protokolls) mit diesen Nachbarn iterativ eine Konfiguration des Systems vollzogen, die damit endet, dass in allen Modulen ausreichende Daten zur Erstellung eines Modells des Materialflusssystems - und damit zur Wegfindung - vorliegen. Die Verteilung des Modells, der Topographie und der Wegfindung im Materialflusssystem, die in traditionellen Steuerungsansätzen immer zentral erfolgt, sind dabei die entscheidenden Punkte.
Schlagwörter :Steuerung, Wegfindung, Verteilte Systeme, Materialfluss
Rechte :Dieses Dokument ist urheberrechtlich geschützt.
Größe :XI, 165 S.
 
Erstellt am :07.11.2008 - 09:42:49
Letzte Änderung :22.04.2010 - 08:23:02
MyCoRe ID :HALCoRe_document_00005177
Statische URL :http://edoc.bibliothek.uni-halle.de/servlets/DocumentServlet?id=5177