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Belohnung, Neuheitsdetektion und Gedächtnisbildung : Interaktion von dopaminergem Mittelhirn und medialem Temporallappen beim Menschen

Autor :Bianca Wittmann
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Naturwissenschaften
Datum :10.02.2006
 
Dokumente :
Dataobject from HALCoRe_document_00004974
 
Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Einfluss der dopaminergen Areale des Mittelhirns auf die Bildung des episodischen Gedächtnisses im medialen Temporallappen des Menschen sowie mit der Interaktion beider Hirnregionen bei der Vorhersage und Wahrnehmung von Neuheit. Als Methode wird die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRI) verwendet. Der mediale Temporallappen spielt eine entscheidende Rolle für das episodische Gedächtnis, besonders für die mit synaptischen Plastizitätsprozessen verbundene Enkodierung neuer Stimuli. Long-term potentiation (LTP) ist für diese Prozesse wichtig und kann durch dopaminerge Neurotransmission verstärkt und verlängert werden. Daraus ergibt sich die Hypothese einer besseren Gedächtnisleistung für Stimuli, die mit dopaminerger Aktivität einhergehen. Die Wahrnehmung und Vorhersage von Belohnung sind mit einer erhöhten Aktivität des dopaminergen Systems verbunden. In der vorliegenden Arbeit wurden Paradigmen zur Belohnungsvorhersage eingesetzt, um den Einfluss der größeren Aktivität dopaminerger Areale auf die Gedächtnisbildung zu untersuchen. In einem zweiten Schritt wurde untersucht, ob dieser Modulation dieselben neuronalen Prozesse zugrunde liegen wie bei emotionaler Wahrnehmung, und ob sich Emotionalität und Belohnung gegenseitig beeinflussen. Als drittes Paradigma zur Untersuchung der Interaktion von dopaminergen und medial temporalen Arealen wurde die Vorhersage von Neuheit verwendet. Früher konnte bereits gezeigt werden, dass die Wahrnehmung von Neuheit sowohl mit dopaminerger Aktivität als auch mit Aktivität im Hippocampus einhergeht. Im vorliegenden Experiment sollte nun geklärt werden, in welcher Weise sich diese Aktivität von jener bei Belohnung unterscheidet bzw. ob es sich um dieselben Prozesse handeln könnte. Als wichtigste Ergebnisse lassen sich festhalten: - Ein besseres episodische Gedächtnis für Stimuli, die mit belohnungsassoziierter dopaminerger Aktivität verbunden waren - Die Modulation dieses Effekts durch Emotionalität: Der Effekt tritt nur für positive Stimuli auf, die auch mit dem größten Belohnungseffekt verbunden waren - Die Vorhersage von Neuheit rekrutiert das dopaminerge System ebenso wie Belohnungsvorhersage und ist ebenfalls mit hippocampaler Aktivität verbunden Diese Ergebnisse erweitern das Modell von dopaminerg-hippocampaler Interaktion und zeigen die fundamentale Bedeutung dieses Zusammenspiels sowohl bei der Bildung des episodischen Gedächtnisses als auch bei der Wahrnehmung von Neuheit.
Schlagwörter :Belohnung, Neuheit, dopaminerges System, episodisches Gedächtnis, medialer Temporallappen, Hippocampus
funktionelle Magnetresonanztomographie
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Größe :104 S.
 
Erstellt am :17.10.2008 - 08:28:57
Letzte Änderung :22.04.2010 - 08:13:23
MyCoRe ID :HALCoRe_document_00004974
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