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Die neuronale Verschaltung der thalamo-amygdalofugalen Projektion zum cholinergen basalen Vorderhirn (Substantia innominata)

Autor :Eckbert Wilhelmi
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Naturwissenschaften
Datum :06.12.2000
 
Dokumente :
Dataobject from HALCoRe_document_00004969
 
Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :Zielstellung der vorliegenden Arbeit war die Identifikation und Charakterisierung einer neuronalen Verbindung ausgehend von den caudalen paralaminaren (sensorischen) thalamischen Kernen über die Amygdala zum cholinergen basalen Vorderhirn bei der Ratte. Um Aufschluß über die Verbindungen zu erhalten, wurde eine in vivo Doppel-Tracer-Studie durchgeführt. Die thalamischen Efferenzen wurden durch iontophoretische Injektionen eines anterograden Tracers (Phaseolus vulgaris Leucoagglutinin, PHA-L) markiert. Die Identifizierung der neuronalen Verbindung zwischen Amygdala und cholinergem basalen Vorderhirn erfolgte durch iontophoretische Injektionen eines retrograden Tracers (Fluoro-Gold) in die Substantia innominata. Das Lectin und der Farbstoff wurden mit immunhistochemischen Verfahren visualisiert. Mit einem Lichtmikroskop konnten dann die Zielgebiete der gefärbten Neurone in der Amygdala identifiziert werden. Die Überlappungsbereiche beider Färbungen wurden zum Nachweis synaptischer Verbindungen mit Hilfe eines Elektronenmikroskops untersucht. Um die Neurone näher zu charakterisieren, wurden zusätzlich immunhistochemische Untersuchungen zum Nachweis von GABA und dem Acetylcholin synthetisierenden Enzym Cholinacetyl-Transferase durchgeführt. Die Auswertung zeigte, daß die markierten Regionen im Thalamus und in der Substantia innominata eine Vielzahl von Kerngebieten in der Amygdala innervieren. Die Untersuchung der doppelt markierten Kerngebiete in der Amygdala ergab zwei entscheidende Befunde. Zum einen scheint die Projektion zur Substantia innominata zumindest in Teilen GABAerg, d.h. ein hemmendes Modulationselement zu sein. Zum anderen zeigte die Analyse der Ultrastruktur mit dem Elektronenmikroskop, daß in den parakapsulären intercalierten Zellmassen der Amygdala anterograd markierte Axone aus dem Thalamus mit retrograd markierten Dendriten aus der Substantia innominata synaptische Kontakte ausbilden, die Projektion also wenigstens teilweise monosynaptisch ist. Die Ergebnisse dieser Arbeit demonstrieren subcorticale Afferenzen zum cholinergen basalen Vorderhirn, die eine anatomische Grundlage für die intraamygdaläre Verarbeitung sensorischer Informationen bilden könnte. Die Befunde stützen die Hypothese, daß die Projektion die Kopplung von corticaler Aktivität - kontrolliert über das cholinerge basale Vorderhirn - und "emotionalem Gedächtnis" - mit der Amygdala als wichtiger Komponente - realisiert. Diese Kopplung könnte sowohl die Weckreaktion durch emotional gefärbte Reize modulieren, als auch die Gedächtnisbildung entsprechend der (emotionalen) corticalen Aufmerksamkeit beeinflussen.
Schlagwörter :Weckreaktion, Amygdala, cholinerges basales Vorderhirn, Emotion, sensorische Verbindung, Thalamus
Rechte :Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
Größe :[5], 84, XXXII S.
 
Erstellt am :17.10.2008 - 08:00:35
Letzte Änderung :22.04.2010 - 08:54:44
MyCoRe ID :HALCoRe_document_00004969
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