Objekt-Metadaten
Selection of information in auditory virtual reality

Autor :Dörte Spring
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Naturwissenschaften
Datum :01.03.2007
 
Dokumente :
Dataobject from HALCoRe_document_00004897
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Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :In einer Reihe von vier, aber jeweils leicht abgewandelten EEG Experimenten wurde die Fähigkeit untersucht, den Inhalt einer Erzählung innerhalb einer realistischen „Cocktial-Party“ Situation zu verfolgen. Das Ziel dieser Studien war es, die selektive auditorische Wahrnehmung, die Eigenschaften des Aufmerksamkeitsfokus und die zugrunde liegende Elektrophysiologie (EKP; ereignis-korrelierte Potentiale) in einer Zwei- oder Vier-Sprechersituation zu beleuchten. Es wurde dabei angenommen, daß die Aufmerksamkeit auf ein spezifisches auditorisches Object gerichtet ist (Cocktail-Party Problem). Eine spezielle Methode zur räumlich virtuellen Darbietung auditorischer Reize wurde angewendet. Individuelle HRTFs (head related transfer function: kopfbezogene Übertragungsfunktion) verschiedenster Raumwinkel sind dafür von jedem einzelnen Probanden der Studie gemessen worden. Je nach Experiment wurden diese HRTFs eines bestimmten Raumwinkels anschließend mit dem eigentlichen Reizmaterial gefaltet. Die zu bearbeitende Aufgabe der Probanden während aller Experimente bestand immer darin, auf eine der zwei oder vier gleichzeitig dargebotenen Erzählungen zu achten. Die Experimente unterschieden sich nur in der Art der Probe-Reize, die jeweils den Erzählungen überlagert waren. Die Phoneme variierten in der Grundfrequenz oder im Darbietungsort. Mit diesem Vorgehen soll die Frage nach der Natur, den Eigenschaften und der Präzision des Aufmerksamkeitsfokus geklärt werden. Eine Hypothese war, daß die auf ein Ohr gerichtete Aufmerksamkeit für eine schwächere Verarbeitung für Reize der nicht beachteten Seite sorgen würde. Diese bestätigte sich durch die Beobachtung eines Aufmerksamkeitseffektes in Form einer Nd oder PN im EKP. Weiterhin wurde festgestellt, daß der Aufmerksamkeitsfokus ausschließlich auf das zu beachtende auditorische Objekt beschränkt ist. Nicht nur deutliche Abweichungen in der Grundfrequenz oder im räumlichen Ort, sondern sogar kleinste Veränderungen der Reizeigenschaften sind in der Lage eine N1, PN oder im Falle des Oddball-Experiments eine MMN und P3 auszulösen. Diese EKP-Komponenten können als Beweis für eine geringfügigere Reizverarbeitung, Detektion einer Abweichung sowie einer Aufmerksamkeitsverlagerung angesehen werden. Diese Effekte haben außerdem gezeigt, daß es zwei Selektionsstufen gibt: einen späten aufmerksamkeitsbezogenen Selektionsprozess (Nd/PN, P3a, RON) neben einer reizgeleiteten Selektion (N1, MMN). Dem räumlichen und Frequenzeffekt zufolge ist anzunehmen, daß Abweichungen jeglicher Art nicht mehr im Fokus der Aufmerksamkeit sind, sondern eher wie nicht beachtete Reize verarbeitet werden. Der spektrale Gehalte scheint ebenso eine sehr bedeutende Rolle in der auditiven selektiven Aufmerksamkeit zu spielen. Ausschließlich Reize mit genau dem gleichen Frequenzspektrum wie das zu beachtende auditorische Objekt fallen in den Aufmerksamkeitsfokus. Andere Reize mit weniger oder sogar mehr Frequenzen im Spektrum werden uneingeschränkt vom eigentlichen Fokus ausgeschlossen. Kein Unterschied zwischen einer komplexeren „Cocktail-Party“ Situation (vier simultane Sprechen) und einer Zwei-Sprecher Situation bezüglich der Reizverarbeitung wurde gefunden. Ähnliche EKP Komponenten wurden in beiden Szenarienarten beobachtet, was auf den gleichen der Reizverarbeitung zugrunde liegenden Aufmerksamkeitsmechanismus schließen läßt. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen generell, daß nur beachtete Reize tief und ausführlich verarbeitet werden, wohingegen abweichende und unbeachtete Reize eher nur oberflächliche verarbeitet werden in Abhängigkeit der Auslastung des Arbeitsgedächtnisses und der Beanspruchung der primären Aufgabe. Auch aus diesem Grund ist der Aufmerksamkeitsfokus wahrscheinlich auf das zu beachtende Objekt und seine Eigenschaften beschränkt. Jegliche Abwandlungen auch nur einer Eigenschaft jenes Objektes führen zum Ausschluß aus dem eigentlichen Aufmerksamkeitsfokus.
Schlagwörter :EKP, auditorisch virtuelle Realität, dichotisches Hören, selektive auditorische Aufmerksamkeit, Cocktail-Party-Phänomen, HRTF
Rechte :Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
Größe :148 S.
 
Erstellt am :10.10.2008 - 11:12:27
Letzte Änderung :22.04.2010 - 09:19:53
MyCoRe ID :HALCoRe_document_00004897
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