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Sättigungsabhängige Modulation der neuralen Verarbeitung von Nahrungsreizen bei Anorexia nervosa

Autor :Stephanie Santel
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Naturwissenschaften
Datum :12.03.2007
 
Dokumente :
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Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :Bei Anorexia nervosa (AN) bekommt Nahrung eine besondere Bedeutung, da die Betroffenen sich bei gleichzeitigem Verzicht auf Nahrung übermäßig mit Essen beschäftigen. In bisherigen funktionellen bildgebenden Studien über visuell dargestellte Nahrungsreize bei Patienten mit dieser Essstörung wurde gezeigt, dass verminderte Aktivierung im inferioren Parietallappen und in visuellen Arealen des Okzipitalkortex sowie erhöhte frontale Aktivierungen bei diesen Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden bei der Betrachtung von Nahrung bestehen. Es ist jedoch bislang ungeklärt, welchen Einfluss Hunger und Sattheit auf diese Aktivierungen haben, da die bislang vorliegenden Studien diesen Faktor nicht untersuchten. In der vorliegenden Arbeit wurde daher der Einfluss von Hunger und Sattheit auf die Hirnaktivierungen von 13 AN-Patientinnen und 10 gesunden Kontrollprobandinnen (Alter: 13 bis 21 Jahre) während der Betrachtung von Nahrung mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht. Hierzu beurteilten die Teilnehmerinnen im satten und hungrigen Zustand während der fMRT-Messungen visuelle Nahrungs- und Kontrollstimuli danach, wie angenehm sie diese Reize empfanden. Die AN-Patientinnen bewerteten die Nahrung negativer als die Kontrollprobandinnen. Im satten Zustand zeigten die Patientinnen bei der Betrachtung von Nahrung im Vergleich mit den Kontrollprobandinnen verminderte Aktivierung im linken inferioren Parietallappen. Im hungrigen Zustand zeigten die Patientinnen geringere Aktivierung im rechten visuellen Okzipitalkortex im Vergleich zu den Kontrollprobandinnen. Die Stärke der Aktivierung in diesen Arealen korrelierte mit psychometrischen Daten, die die Restriktion des Essverhaltens widerspiegeln, und mit der Körpermasse der Teilnehmerinnen. Bei Sattheit im Vergleich zu Hunger führten Nahrungsstimuli bei den AN-Patientinnen zu stärkerer rechtslateraler okzipitaler Aktivierung, wohingegen dieser Vergleich bei den Gesunden zu stärkerer Aktivierung im linken lateralen Orbitofrontalkortex (OFC), im mittleren Teil des rechten anterioren Gyrus cinguli (ACC) sowie im linken Gyrus temporalis medius führte. Die beobachteten Gruppenunterschiede in den Hirnaktivierungen bei der Betrachtung von Nahrung deuten darauf hin, dass bei den AN-Patientinnen im satten Zustand eine verminderte somatosensorische Verarbeitung von Nahrungsbildern stattfindet. Ferner lassen die Ergebnisse vermuten, dass die AN-Patientinnen im hungrigen Zustand veränderte Aufmerksamkeitsmechanismen bezüglich Nahrung zeigen. Beide Befunde können im Zusammenhang mit der erhöhten kognitiven Kontrolle über das Essverhalten bei Magersüchtigen interpretiert werden, die den anhaltenden Verzicht auf Nahrung erleichtert.
Schlagwörter :Anorexie fMRT Nahrung Hunger Sattheit
Rechte :Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
Größe :125 S.
 
Erstellt am :01.10.2008 - 07:16:37
Letzte Änderung :22.04.2010 - 09:03:17
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