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Neural correlates of target detection in the attentional blink

Autor :Cornelia Kranczioch
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Naturwissenschaften
Datum :09.09.2004
 
Dokumente :
Dataobject from HALCoRe_document_00004595
 
Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :Vorliegende Dissertation befasst sich mit der Untersuchung der neuronalen Korrelate der Entdeckung von Zielreizen im Attentional Blink. Der Attentional Blink lässt sich beschreiben als eine vorübergehende Reduktion der Aufmerksamkeit welche dann auftritt, wenn mehr als ein Zielreiz in einer Folge sehr schnell präsentierter Reize entdeckt werden muss. Häufig werden derartige Zielreize nicht gesehen oder fehlerhaft identifiziert. Üblicherweise ist der Attentional Blink am größten, wenn Zielreize in einem Zeitfenster von etwa 200 – 400 ms aufeinander folgen, er ist kleiner für längere aber auch für kürzere zeitliche Abstände. In einer ersten Studie untersuchte ich ereigniskorrelierte Potentiale (EKP) auf Zielreize die während des Attentional Blink präsentiert und von den Probanden entweder entdeckt oder nicht entdeckt wurden. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigten dass die P3 Komponent des EKPs, nicht aber die P2, von der Entdeckung des Zielreizes beeinflusst wurde: Nur entdeckte Zielreize evozierten die P3. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass ein bedeutender Teil der Zielreize nicht erfolgreich im Arbeitsgedächtnis verarbeitet wurde. Andererseits zeigt dieses Ergebnis aber auch, dass die Arbeitsgedächtnisprozesse nicht generell für alle Zielreize verloren sind. Eine anschließende fMRT-Studie lieferte weitere Evidenz dafür, dass entdeckte und nicht entdeckte Zielreize unterschiedlich verarbeitet werden. Aktivierungen in einem frontoparietalen Netzwerk, und dabei insbesondere dem lateral frontalen Kortex, waren assoziiert mit der bewussten Entdeckung der Zielreize. Darüber hinaus unterschied sich die Aktivierung ebenfalls in frontalen und parietalen Arealen zwischen nicht entdeckten und tatsächlich nicht vorhandenen Zielreizen, was darauf hindeutet, dass auch nicht entdeckte Zielreize über die reine perzeptuelle Analyse hinaus verarbeitet werden. Die Ergebnisse der beiden Studien leisten einen Beitrag zur Bewertung und Generierung von Modellen des Attentional Blink und zeigen außerdem die Relevanz einer getrennten Analyse der Gehirnantworten auf entdeckte und nicht entdeckte Zielreize für zukünftige Forschung zum Attentional Blink auf. In zwei weiteren EEG-Studien untersuchte ich die frühe evozierte Gamma-Antwort (early evoked gamma response, EEGR) im Attentional Blink. Die EEGR, oder genauer gesagt, deren Suppression, soll ein ausschlaggebender Faktor für den charakteristischen Zeitverlauf des Attentional Blink sein. In der ersten der beiden Studien konnte kein EEGR für Zielreize beobachtet werden, die in einem klassischen Attentional Blink Kontext präsentiert wurden. Somit konnte die Unterdrückung der EEGR als mögliche Ursache des Attentional Blink nicht untersucht werden. In der zweiten EEG-Studie untersuchte ich, ob dass Null-Ergebnis der ersten Studie in Beziehung zu spezifischen Charakteristika des Paradigmas steht. Es wurde wiederum keine EEGR beobachtet, aber es zeigte sich ein Anstieg induzierter Gammaband-Aktivität in einem späten Zeitfenster. Die Probleme bei der Erfassung der EEGR für Zielreize in den beiden Studien könnte zum einen damit in Zusammenhang stehen, dass es generell schwierig ist, diese Variable unter den Bedingungen der sehr schnellen Präsentation visueller Reize zu erfassen oder aber dass die EEGR für die Entdeckung der Zielreize im Attentional Blink weniger grundlegend ist, als postuliert wird.
Schlagwörter :Aufmerksamkeit, Attentional Blink, Rapid Serial Visual Presentation, RSVP, EKP, EEG, fMRT, Gammaband, oszillatorische Aktivität
Rechte :Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
Größe :II, 119 S.
 
Erstellt am :18.09.2008 - 09:07:18
Letzte Änderung :22.04.2010 - 08:04:07
MyCoRe ID :HALCoRe_document_00004595
Statische URL :http://edoc.bibliothek.uni-halle.de/servlets/DocumentServlet?id=4595