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Die Verarbeitung neuer Stimuli : neuronale Grundlagen und Gedächtniseffekte

Autor :Nico Bunzeck
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Naturwissenschaften
Datum :10.02.2006
 
Dokumente :
Dataobject from HALCoRe_document_00004521
 
Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :Aus bildgebenden und physiologischen Studien ist bekannt, dass Neuheit in dopaminergen Mittelhirnregionen, Strukturen des medialen Temporallappens (MTL), in präfrontalen Arealen und stimulusspezifischen Regionen des ventralen visuellen Systems verarbeitet wird. In diesem Zusammenhang ergeben sich verschiedene Fragen, die im Rahmen dieser Dissertation untersucht wurden. Erstens ist unklar, welche neuronalen Mechanismen präfrontal vermittelte Verhaltenseffekte in impliziten Bahnungsaufgaben (Priming-Aufgaben) beeinflussen und ob die präfrontalen Neuheitseffekte mit Neuheitseffekten in der Substantia nigra (SN) bzw. der Area tegmentalis ventralis (ATV) funktionell in Beziehung stehen. Zweitens ist nicht geklärt, ob die SN/ATV des Menschen tatsächlich auf Stimulusneuheit per se und nicht auf generelle Salienz reagiert. Drittens sind die Mechanismen der Verarbeitung von Stimulusneuheit durch SN/ATV und MTL und expliziter Gedächtnisbildung ungeklärt. In Experiment 1 wurde mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) gezeigt, dass präfrontal vermittelte Antwortverbesserungen in einer impliziten Repetition-Priming-Aufgabe für Gesichter und Szenen stimulusspezifisch organisiert sind. Die Ergebnisse werden als kompatibel mit stimulusspezifischen Lernmechanismen interpretiert und sprechen gegen einen generellen präfrontal vermittelten Lernmechanismus in Repetition-Priming-Aufgaben. Eine Beteiligung der SN/ATV in dieser Form der impliziten Verarbeitung von Neuheit konnte nicht nachgewiesen werden. In Experiment 2 wurde mittels fMRT gezeigt, dass SN/ATV spezifisch Stimulusneuheit und nicht kontextuelle Devianz, emotionale Valenz oder die Identifizierung eines Zielreizes verarbeitet. Aktivierungen anderer Mittelhirnareale und limbischer Strukturen wurden von diesem Aktivierungsmuster dissoziiert. In einer weiteren fMRT- (Experiment 3A) und zwei Verhaltensstudien (Experiment 3B und 3C) wurde die Verarbeitung von Stimulusneuheit durch SN/ATV, Hippokampus und parahippokampaler Region und damit verbundener expliziter Lernleistung untersucht. Obwohl tierexperimentelle Studien eine adaptive Verarbeitung von Stimulusneuheit nahe legen, konnte dies nicht bestätigt werden. Die Ergebnisse belegen eine wiederholungsbedingte Abnahme hämodynamischer Antworten in den genannten Regionen und eine kontextbedingte funktionelle Unterscheidung zwischen SN/ATV, Hippokampus und perirhinalem Kortex, die mit expliziter Gedächtnisleistung in Zusammenhang gebracht wurde. Die durchgeführten Experimente geben neue Einblicke in die aufgabenabhängigen neuronalen Grundlagen der Verarbeitung neuer Stimuli und damit verbundener Gedächtniseffekte.
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Erstellt am :28.08.2008 - 06:16:23
Letzte Änderung :22.04.2010 - 09:02:35
MyCoRe ID :HALCoRe_document_00004521
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