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Die Masken des Philosophen : Alfred Baeumler in der Weimarer Republik - eine intellektuelle Biographie

Autor :Philipp Teichfischer
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Geistes- Sozial- und Erziehungswissenschaften
Datum :25.03.2008
 
Dokumente :
Dataobject from HALCoRe_document_00004199
 
Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :Die Dissertationsschrift stellt mit Alfred Baeumler (1887-1968) eine heute wenig bekannte Person in ihren Mittelpunkt. Dennoch galt der Philosoph Baeumler neben Ernst Krieck als einer der beiden „Chefideologen“ des nationalsozialistischen Deutschlands. Demzufolge beschränkte sich das Forschungsinteresse bisher auf Baeumlers ideologiefördernde Beiträge, z.B. zur nationalsozialistischen Pädagogik oder zur Nietzsche-Interpretation. Eine umfassendere Auseinandersetzung mit seinem Schaffen und Werden v.a. in der Zeit vor 1933 blieb bislang ein Desiderat. Mit der vorliegenden Arbeit wird erstmals versucht, diesem Desiderat Genüge zu leisten. Die Arbeit versteht sich dabei als eine intellektuelle Biographie (v.a. für den Zeitraum der Weimarer Republik), in der vielfältige Aspekte von Baeumlers Schaffen und Werden beleuchtet und zueinander in Beziehung gesetzt werden. Durch die Einbettung in den zeitgenössischen Diskurshintergrund wird nicht zuletzt ein Beitrag zum Verständnis auch allgemeinerer historischer Zusammenhänge geleistet. Die Arbeit ist in drei thematische Hauptabschnitte gegliedert, welche den Entwicklungsetappen Baeumlers korrespondieren sollen. In den beiden ersten großen Kapiteln (Kap. 2 und 3) wird auf Baeumlers intellektuelle Entwicklung bis zum Jahr 1924/25 eingegangen. Dabei dient seine Dissertationsschrift von 1914 als Ausgangspunkt eines Rekonstruktionsversuchs, der die gesamte Arbeit wie ein roter Faden durchzieht. Dieser Rekonstruktionsversuch möchte die These plausibel machen, dass der neuralgische Punkt in Baeumlers Schaffen das hier sog. – nach dem gleichnamigen Untertitel seines Buches von 1923 – „Irrationalitätsproblem“ darstellt. Auf der zweiten hier postulierten Entwicklungsstufe, die dem zweiten Hauptteil (bzw. Kap. 4) der Arbeit entspricht, nimmt Baeumler, der als einer der herausragenden Protagonisten einer seit Mitte der 20er Jahre in den Geisteswissenschaften zu verzeichnenden „Bachofen-Renaissance“ charakterisiert wird, sein Lebensthema unter modifizierten Prämissen erneut in Angriff. Schließlich kulminiert Baeumlers facettenreiche Entwicklung in seiner Nietzsche-Interpretation, die späteren Forschern als ein Paradebeispiel für Opportunismus in den Wissenschaften galt. Neben rein werkimmanenten Analysen stehen in allen Teilen Ausführungen zum biographischen und zeitgenössischen Hintergrund Baeumlers. Dabei wurde zur Universitäts- und Verlagsgeschichte, zur Rezeptions- und Wirkungsgeschichte und zur Personengeschichte geforscht. Neben Baeumlers veröffentlichten Schriften wurde sein umfangreicher Nachlass ausgewertet und zu den Darstellungen herangezogen.
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Erstellt am :10.07.2008 - 06:13:41
Letzte Änderung :22.04.2010 - 08:58:15
MyCoRe ID :HALCoRe_document_00004199
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