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"... das ende mus verhanden sein! ..." : Studien zur eschatologischen Bildlichkeit auf illustrierten Flugblättern der frühen Neuzeit

Autor :Susanne Homeyer
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Geistes- Sozial- und Erziehungswissenschaften
Datum :19.12.2002
 
Dokumente :
Dataobject from HALCoRe_document_00004052
 
Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :‚…das ende mus verhanden sein!...’ Studien zur eschatologischen Bildlichkeit auf illustrierten Flugblättern der Frühen Neuzeit Die vorliegende Untersuchung sondiert eschatologische Bildlichkeiten auf dem Medium des illustrierten Flugblattes der Frühen Neuzeit und zeigt ihre Einbindung in den zeitgenössischen mentalitätsgeschichtlichen Kontext. Als Materialbasis wurde die unter dem Namen Wickiana bekannte Sammlung des Zürcher Chorherren und Gelehrten Johann Jakob Wick (1522-1588) ausgewählt. Das methodische Vorgehen wird durch drei interdisziplinär angelegte Untersuchungsschritte zu den folgenden Punkten bestimmt: 1. systematische Dokumentation der Materialgrundlage 2. Interdependenzen von Endzeitprophetie und Heilsgeschehen 3. ikonographische Analyse bildlicher Darstellungskonventionen der Endzeit auf illustrierten Flugblättern Einen übergeordneten Bezugsrahmen bietet die stete Rückbindung an den Begriff der eschatologischen Bildlichkeit; neben der ikonographischen Komponente markiert er den Ausgangspunkt für die Untersuchungen zu bewussten und unbewussten Ausstrahlungen der Endzeitthematik auf die zeitgenössische Mentalität, Kunst und Literatur. Der Begriff erweist sich bei der Analyse der illustrierten Einblattdrucke als mehrdimensional, da so auch jene Darstellungsformen illustrierter Flugblätter in den Betrachtungszusammenhang miteinbezogen werden konnten, deren Bedeutungsvalenz neutral ist, die aber im Sinne einer endzeitlichen Gesamtaussage von Text und Bild entsprechend funktionalisierte werden. Vor diesem Hintergrund konnte ebenfalls eine Präzisierung der Wickschen Sammelanlage als eschatologische Bilderchronik vorgenommen werden. Einen weiteren Untersuchungsschritt stellte die Einordnung von Endzeitvorstellungen in einen mentalitätsgeschichtlichen Kontext dar; dabei konnte anhand des ausgewählten Text-Bild Materials festgestellt werden, dass heilsgeschichtliche Grundmuster auf Flugblättern neben der eschatologischen Dimension auch einen Hinweis auf historische Zeitkonstruktionen geben. In Anlehnung an Aleida Assmann wurde der Terminus der ‚temperierten Eschatologie’ dafür vorgeschlagen. Auch die stereotype Verwendung des Topos der unruowigen zytt, der sich häufig aus diesen Einblattdrucken finden lässt, erlaubt Rückschlüsse darauf, wie die zeitgenössische Gegenwart ‚wahrgenommen’ wurde. Das Schlagwort von der ‚Krise des 17. Jahrhunderts’ wurde in diesem Zusammenhang einer kritischen Prüfung unterzogen. Der Hauptteil der Untersuchung basiert auf einer ausführlichen Sondierung bildlicher Darstellungskonventionen der Endzeitthematik auf illustrierten Flugblättern. Ausgehend von den Cranachschen Apokalypseillustrationen in Septembertestament und Vollbibel als Motivspender apokalyptischer Bildsequenzen, konnten direkte ikonographische Parallelen durch eine ikonographische Analyse dokumentiert und prominente Moiveinheiten zusammengestellt werden. Aus dieser Beobachtung resultierte auch die Frage, ob der Auswahl bestimmter Motive Exklusionsmechanismen zu Grunde liegen, die mit Kanonisierungsprozessen in Bezug zu setzen sind, die bestimmte eschatologische Bildlichkeiten dem kulturellen Gedächtnis überantwortet haben. Abschließend zeigt ein kurzer Ausblick den Wandel dieses populären publizistischen Motivs auf, indem inhaltliche und formale Modifizierungstendenzen sowie Evidenzverschiebungen des Endzeitthemas auf illustrierten Flugblättern nach 1620 aufgezeigt werden.
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Erstellt am :24.06.2008 - 07:45:32
Letzte Änderung :22.04.2010 - 08:17:24
MyCoRe ID :HALCoRe_document_00004052
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