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Managed Care in der Schweiz : eine empirische Analyse des Verhaltens von Allgemeinmedizinern

Autor :Andreas Werblow
Herkunft :OvGU Magdeburg, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
Datum :23.03.2004
 
Dokumente :
Dataobject from HALCoRe_document_00004024
 
Typ :Dissertation
Format :Text
Kurzfassung :Das Verhalten von Allgemeinmedizinern in der Schweiz steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Allgemeinmediziner sind in der Regel die ersten Ärzte, die vom Patienten bei einer Erkrankung aufgesucht werden. Sie besitzen für das Gesundheitssystem eine wichtige Funktion als Türöffner und Lotse und beeinflussen damit den gesamten Behandlungsprozess der Patienten. Neben der eigenen Leistungserbringung entscheiden sie über Facharztüberweisung, Spitaleinweisung, die Veranlassung von Laborleistungen und die Verschreibung von Medikamenten. In Managed-Care-Organisationen - in der Schweiz durch Hausarztmodelle (HAM) und Health Maintenance Organizations (HMOs) vertreten - ist die Lotsenfunktion des Hausarztes wesentlich ausgeprägter als in der konventionellen Versorgung, wo die Patienten prinzipiell freie Arztwahl besitzen. Ziel der Untersuchung ist es, Unterschiede im Verhalten von Managed-Care-Ärzten im Vergleich zu konventionell organisierten Kollegen zu erkennen und zu erklären. Hierzu werden unterschiedliche mikroökonomische Modelle herangezogen. Sie fokussieren die Anreizwirkungen unterschiedlicher Vergütungsformen auf das ärztliche Verhalten. Eine optimale Vergütung wird dabei durch einen zweigeteilten Tarif charakterisiert, der sich aus einer Pauschale und einem leistungsbezogenen Element zusammensetzt. Die vorhandenen Daten erlauben die Untersuchung des Arztverhaltens auf unterschiedlichen Ebenen. Zunächst werden in einer Effizienzanalyse die Leistungserbringer über ihre gesamten abgerechneten Leistungen miteinander verglichen. In einem zweiten Schritt wird eine Untersuchung der Nachfrage durchgeführt, bei der sämtliche vom Patienten nachgefragten Leistungen analysiert werden. Ein Gesamtmodell betrachtet schließlich den einzelnen Arzt-Patienten-Kontakt. Die Untersuchung der Effizienz zeigt, dass Ärzte, die sich an Managed-Care-Modellen beteiligen, Konsultationen kostengünstiger anbieten, als Ärzte, die nur im konventionellen Bereich tätig sind. Allerdings kann dieses Ergebnis nicht notwendigerweise auf die Managed-Care-Anreize zurückgeführt werden, da Ärzte auch gerade wegen ihres kostengünstigen Praxismanagements an derartigen Modellen teilnehmen. In diesem Fall spricht man von einer Selbstselektion der produktivsten Ärzte in die Managed-Care-Organisationen. Eine Selbstselektion der Nachfrager in die Managed-Care-Programme ist ebenfalls möglich. Neben dem Nachweis einer Selektion guter Risiken in Managed-Care-Verträge erbringt die Schätzung der Nachfrage (unter Berücksichtigung des Selektionseffektes) auch die Bestätigung einer kostengünstigeren Versorgung der Versicherten im Managed-Care-Bereich. Im Gesamtmodell werden auf der Ebene des Arzt-Patienten-Kontakts die Überweisungen zu Fachärzten, die Konsultationen, die veranlassten Gesamtleistungen und die direkten Arztleistungen betrachtet. Es zeigt sich, dass die Managed-Care-Anreize Wirkung entfalten: Unter Berücksichtigung der Selektion von Patienten und Ärzten, der Besonderheiten der Arzt-Patienten-Beziehung und den Unterschieden zwischen veranlassten und direkten Arztleistungen ist die Leistungserstellung im Managed-Care-Bereich deutlich kostengünstiger als im konventionellen Sektor.
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Erstellt am :23.06.2008 - 07:55:22
Letzte Änderung :22.04.2010 - 09:23:55
MyCoRe ID :HALCoRe_document_00004024
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